Stellungnahme des „Förder-, Schutz- und Entwicklungsverein Kiwah (FöSEVK) e.V.“

An die

- demokratische Öffentlichkeit,

- Menschenrechtsorganisationen,

- Regierung der türkischen Republik,

- EU und die UN-Menschenrechtskommission

 

Gezielte Vertreibung und Verfolgung von Eziden durch staatlich bezahlte „Dorfschützer-Milizen“. 

 

An diesen Tagen verhandeln die türkische Regierung und die PKK über eine politische Lösung der Grundrechte für die Kurden. Es weckt für Menschen die Hoffnung nach Frieden und Demokratie in der Türkei.

 

Insbesondere, für die Eziden und andere religiöse Minderheiten könnte dieser Prozess eine Wiederansiedlung in die Ursprungsheimat in Gang setzen. Ein solcher Prozess kann jedoch nur in Gang gesetzt werden, wenn die Eziden per Gesetz geschützt werden.

 

In der jüngsten Vergangenheit und auch aktuell sind die Eziden den Repressalien der staatlich bezahlten Dorfschützer-Milizen und der örtlichen Gendarmerien hilflos ausgesetzt. Diese Lokalen Kräfte setzen sich über die vorhandenen Gesetze hinweg und behandeln die religiösen Minderheiten wie Eziden und Christen wie Menschen zweiter Klasse. Diese Minderheiten leben in einem Rechtsfreien Raum, wo sie täglich zur Zielscheibe werden.

 

So ergeht es aktuell dem ezidischen Dorf KIWAH mit dem türkischen Namen „Mağaraköyü“. Das Dorf befindet sich im Kreis Idil das zur Region Şirnak gehört. In diesen Tagen werden die Wälder des Dorfes illegal abgeholzt. An der Abholzung sind sowohl die Dorfschützer-Milizen als auch die örtlichen Gendarmerien beteiligt. Sie bereichern sich illegal und hinterlassen Schäden die fast irreparabel sind. Die Folgen der Abholzung der Wälder sind nicht nur die Erhöhung des Treibgases (CO2), sondern auch die Zerstörung des Lebensraumes und des Klimas für die Menschen, Pflanzen und Tiere in der Gegend.

 

Eine weitere Folge der Abholzung der Wälder in der Region ist die Vertreibung der Anwohner bzw. die bewusste Verhinderung der angestrebten Wiederbesiedelung der

ezidischen Dörfer.

 

Diese kriminellen Machenschaften gehen sogar soweit, dass sie die Bäume der Heiligen ezidischen Stätte „Merav“ abholzen. Diese Bäume waren mehrere hundert Jahre alt. Kein Ezide würde es wagen diese Bäume abzuholzen. Damit möchte man die Eziden endgültig entwurzeln. Das wird auch dadurch deutlich, indem immer wieder versucht wird, den Eziden das Land zu enteignen. Eziden, die in ihre Dörfer zurückkehren wollen bzw. bestrebt sind ihre Dörfer wiederaufbauen, werden genötigt den Großgrundbesitzer, den Dorfschützer-Milizen und den Gendarmarien Schmiergelder zu zahlen um ein Gefühl der Sicherheit zu bekommen.

 

Die Dorfbewohner Kiwah´s wurden in den vergangenen Jahren mehrmals Opfer von diversen Übergriffen und Repressalien. Bereits vergangenes Jahr hat die Gendarmerie eine neue Militärstation; trotz diverser Proteste durch die Dorfbewohner; auf dem Grund und Boden von KIWAH gebaut. Durch diese Aktion ist aus dem Dorf eine Festung gemacht worden, so müssen die Dorfangehörige immer eine Erlaubnis der Gendarmerie und bei der Dorfschützer-Milizen einholen um das Dorf zu betreten.

 

Die Eziden aus KIWAH wollen diese Repressalien und diese gezielte Verfolgung und Vertreibung nicht mehr hinnehmen. Wir wollen Teil der Demokratisierung der Türkei sein.

 

Wir fordern von der türkischen Regierung:

- Den sofortigen Abholzstopp der Wälder von KIWAH.

- Die kriminellen sollen zur Rechenschaft gezogen werden.

- Schutz der Minderheitenrechte vor allem der religiösen Minderheiten wie Eziden, Christen usw. Den Schutz dieser Minderheiten vor Übergriffen

 

Wir appellieren an die demokratische Öffentlichkeit uns in dieser schweren Stunde nicht alleine zu lassen. Bitte tragen sie diese Anliegen an die Institutionen, Einrichtungen und Persönlichkeiten die uns mit Ihrem Engagement unterstützen könnten. Bitte verbreiten sie dieses Schreiben in Ihrem Verteiler. Mit Ihrer Unterstützung tragen sie zu einer gerechteren und demokratischeren Türkei bei.

 

Lassen sie es nicht zu, dass Menschenrechte in Klassen eingeteilt werden!

 

Förder-, Schutz- und Entwicklungsverein Kiwah (FöSEVK) e.V.

25.03.2013, Bielefeld

Der Vorstand

 

Kontakt:

E-Mail: kiwex.info@gmx.de